Investitionen in saubere Energie sind weiterhin notwendig
Delta Lloyd Asset Management | 23. März 2010
Trotz aller Diskussionen über die Richtigkeit der Zahlen, die in den Berichten über die Klimaschutzproblematik verwendet werden, dürfte indes feststehen, dass wir noch immer vor einer enormen Klimaherausforderung stehen. Die Frage ist doch, ob durch die negativen Schlagzeilen das Interesse an Investitionen in saubere Energiequellen wie Sonne, Wind und Erdwärme nicht sinken wird. Ursache des Klimawandels ist nämlich vor allem das Verbrennen fossiler Brennstoffe wie Kohle und Öl/Benzin. Daher ist die Lösung zu einem großen Teil in der Umstellung auf CO2-freie Energiegewinnung zu suchen.
Nach meiner Vorstellung werden Investitionen in saubere Energie den bereits eingeschlagenen Weg fortgesetzt. Dafür sprechen einige wichtige Gründe. Jeder dieser Gründe ist für sich genommen vielleicht nicht ganz entscheidend. Aber bei einem Zusammenwirken der einzelnen Gründe ist dies, auch im Hinblick auf die Risiken des Klimawandels, sicherlich der Fall.
Wachsender Energiebedarf
Zunächst wird der Energiebedarf in den kommenden Jahrzehnten noch massiv steigen. Eine drastische Zunahme des Energieverbrauchs einer wohlhabenden Mittelschicht in Ländern wie China und Indien wird hier stark dazu beitragen. Man stelle sich nur einmal vor, dass es hundert Millionen neue Autos in China geben wird! Der zusätzliche Energiebedarf wird auf die eine oder andere Weise gedeckt werden müssen. Deshalb müssen die Länder weiterhin in erheblichem Umfang in neue Energiegewinnungskapazitäten investieren. Dabei stellt sich immer die Frage, ob genügend zusätzliche fossile Energiequellen zu finden sind (globales Ölfördermaximum). Derzeit verbrauchen wir vier Mal so viel Erdöl wie neue Reserven erschlossen werden. Aufgrund dieses zusätzlichen Bedarfs an Erdöl werden Staaten wie die USA, China und die Euro-Länder immer heftiger um diesen Rohstoff konkurrieren.
Das Angebot kommt aus instabilen Ländern
Ein unter strategischen Gesichtspunkten äußerst wichtiger Grund ist, dass das Angebot vor allem aus dem Mittleren Osten, Nigeria, Venezuela und Russland stammt. Die meisten Länder wollen davon lieber nicht zu stark abhängig sein. Außerdem dürfte es für viele Länder besser sein, das Geld in die eigene Wirtschaft zu investieren, statt es in die Erdöl produzierenden Länder zu überweisen.
Neue Investitionen schaffen Arbeitsplätze
Die Förderung der Beschäftigung steht auf der politischen Tagesordnung ganz oben. Die Schaffung grüner Arbeitsplätze ist daher sehr wichtig. Dies beinhaltet zum Beispiel die Errichtung und Instandhaltung von Windenergieparks, die Wärmedämmung von Häusern oder das Recycling unserer Abfälle.
Alte Energie ist schlecht für die Gesundheit
Der wichtigste Anreiz für weitere Investitionen in saubere Energiequellen ist unsere Gesundheit: Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle und Öl wird die Luftqualität schlechter. Das Rauchen einer Zigarette kann man vermeiden, aber das Einatmen von Feinstaub und anderen schädlichen Partikeln durch die Teilnahme am Straßenverkehr ist unvermeidbar. Die Folge sind steigende Kosten für unsere Gesundheitsversorgung. Nachhaltige Energie ist auch saubere Energie; und plötzlich hat sich auch der Smog erledigt.
Hin zu einer anderen, nachhaltigen und sauberen Energiegesellschaft
Das Zusammenspiel zwischen den genannten Gründen wird in den kommenden Jahren dazu führen, dass der Anteil nachhaltiger Energiequellen am weltweiten Energiemix zunehmen wird. Durch die Finanzkrise und den Konjunkturrückgang hatten es Hersteller von Solarzellen und Windturbinen unter anderem wegen der nicht verfügbaren Finanzierungsmöglichkeiten sehr schwer. Angesichts des erheblichen Preisrückgangs sind sie jedoch gegenüber fossilen Brennstoffen viel konkurrenzfähiger geworden. Jedenfalls verbessert dies ihre Aussichten für die kommenden Jahre – sowohl in Bezug auf das Volumen als auch die Rentabilität.
Kommentar von Ad Schellen, Fondsmanager des Delta Lloyd L Water & Climate Fund
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