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Länderverteilung: neue Dimension bei Unternehmensanleihen

Delta Lloyd Asset Management | 23. März 2010

Die hohe Staatsverschuldung in Europa führt zu erheblichen Problemen. Länder wie Portugal, Spanien und Griechenland müssen massive Sparmaßnahmen durchsetzen, die zum Teil bereits angelaufen sind. Für Unternehmen in diesen Ländern sind das keine guten Nachrichten. Höhere Steuern und strengere Rechtsvorschriften dämpfen den Konsum der Privathaushalte und die unternehmerische Tätigkeit. Darunter leiden insbesondere Unternehmen, die kaum über die Landesgrenzen hinaus aktiv sein können. Ein gutes Beispiel sind Versorgungs- und Telekommunikationsbetriebe. Unternehmen mit starker internationaler Ausrichtung sind weniger gefährdet.

Hohe Spreads im peripheren Eurowährungsgebiet

Die Situation in den sogenannten PIIGS-Ländern führte zu erheblichen regionalen Unterschieden bei Spreads. So sind Spreads von Unternehmensanleihen der Versorgungs- und Telekommunikationsbetriebe in Griechenland und Italien kurzfristig nach oben geschossen. Bei Unternehmensanleihen aus Ländern wie den Niederlanden, Deutschland und Frankreich war davon keine Rede. Auch wenn wir zum Beispiel Credit Default Swaps (CDS) für France Télécom und Portugal Telecom mit einer Laufzeit von 5 Jahren betrachten, sehen wir einen enormen Unterschied. Anfang Februar lag der CDS-Spread von France Télécom bei ca. 50 Basispunkten, und der seines portugiesischen Pendants bei ca. 160 Basispunkten.

Politisches Risiko

Da nun deutlich wird, dass sich der Schuldenstand von Ländern unmittelbar auf die Spreads auswirkt, treten auch andere Faktoren auf länderspezifischer Ebene zutage. Damit meinen wir vor allem das politische Risiko, das sich in gewissen Ländern abzeichnet. Denken wir zum Beispiel an die bevorstehenden Wahlen in Großbritannien und den Niederlanden. Auch in diesen Ländern sind enorme Sparanstrengungen notwendig. Doch werden die Regierungen in Großbritannien und den Niederlanden nach den Wahlen handlungsstark sein? Beide Länder scheinen Kurs auf Regierungen ohne klare Mehrheit zu nehmen. Wenn daher Sparmaßnahmen ausbleiben, wird dies nicht folgenlos bleiben.

Folgen für Kreditportfolios

In jüngster Zeit ist immer deutlicher geworden, dass sich die Länderverteilung bei Unternehmensanleihen zu einem gewichtigen Faktor entwickelt hat. Flexibilität, um das Portfolio bei Länderrisiken schnell umschichten zu können, und gründliche Analysen dieser Risiken sind unverzichtbar geworden. In unseren Portfolios setzen wir nach wie vor lieber auf Sicherheit als auf hohe Spreads. Deshalb ist unser Engagement in PIIGS-Ländern geringer, und wir setzen verstärkt auf international ausgerichtete Unternehmen und überstaatliche Organisationen. Gleichzeitig behalten wir innerhalb unserer Portfolios natürlich die Chancen im Blick. Das neue Thema der Länderverteilung macht eines umso deutlicher: Investitionen in Unternehmensanleihen erfordern fundierte Sachkenntnisse.

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