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Marktvision August

Delta Lloyd Asset Management | 1. September 2009
Dinant Wansink Dinant Wansink

Dinant Wansink, Strategie-Experte bei Delta Lloyd Asset Management kommentiert:

Ende Juli hat Delta Lloyd Asset Management seine Aktienprognosen nach oben korrigiert. Zurzeit sind die Voraussetzungen für eine, zum größten Teil, gute Aktienentwicklung gegeben.

Staatliche Maßnahmen stärken das Vertrauen in die Wirtschaft

Die positivere Haltung in Bezug auf Aktien ist auch eine Folge der staatlichen Maßnahmen. Die Regierungen haben viel getan, um die Wirtschaft anzukurbeln, und scheinen aus ihren Fehlern gelernt zu haben. Wichtige Beispiele einer durchgreifenden Politik waren der Stresstest, der das Vertrauen in die großen amerikanischen Banken vergrößerte, sowie die G20-Vereinbarungen zur Unterstützung von Ländern in Schwierigkeiten und zur Ankurbelung des Welthandels. Wichtig ist aber, dass diese staatlichen Anreize nicht zu früh eingestellt werden. Denn eine vom Schuldenabbau gekennzeichnete Wirtschaft dürfte diese länger benötigen.

Der weitere Abschwung der amerikanischen Immobilienpreise scheint gebannt

Eine zweite Voraussetzung ist, dass die amerikanischen Immobilienpreise nicht mehr weiter sinken. In den vergangenen Monaten wurden in dieser Hinsicht positive Zahlen veröffentlicht und die Analysten korrigierten ihre Prognosen nicht weiter nach unten. Durch die Regierung angespornt, versuchen die Banken nun verstärkt, Hausbesitzern in Zahlungsschwierigkeiten eine bezahlbarere Hypothek anzubieten. Währenddessen halten sie die Immobilien, die sie als Sicherheiten fordern, vom Markt fern. Sollten die Hypothekenanpassungen doch nicht gelingen, dann werden die Banken den gewachsenen Immobilienbestand in ihren Büchern gezwungenermaßen verkaufen müssen.

Unternehmensanleihen als Schlüssel zum Kredit

Die Kreditverfügbarkeit ist eine dritte Voraussetzung. Obgleich der Sektor besser dasteht, kann die Solvenz von Bank zu Bank verschieden sein. Und damit auch die Möglichkeit, Unternehmen Kredit zu gewähren. Was auffällt ist, dass sich immer mehr Betriebe durch die Ausgabe von Unternehmensanleihen Kapital beschaffen. Auch der Cashflow der ersten beiden Quartale tut den Bilanzen der Unternehmen gut. Nicht-Finanzunternehmen haben ihre Margen in der Krise viel besser als normal behauptet und alles drangesetzt, um beim Betriebskapital zu sparen.

Ökonomen korrigieren Vorhersagen nach oben

Seit Kurzem sehen Wirtschaftswissenschaftler die Sache positiver: Staatliche Ausgaben für die Infrastruktur nehmen zu und viele Unternehmen machen die Maßnahmen rückgängig, die sie mit Blick auf eine schwere Kreditkrise eingeleitet haben. Die Vorräte sind mittlerweile abgebaut und die Lager werden wieder aufgefüllt. Auch scheinen die Investitionen und Arbeitsplätze zu drastisch zurückgeschraubt bzw. abgebaut worden zu sein. Obgleich die Aktienkurse steigen, sind die Bewertungen an den Aktienmärkten momentan noch nicht übertrieben. Anleger erhalten immer niedrigere Renditen für liquide Anlagen, wodurch risikoreichere Anlagemöglichkeiten attraktiver werden. Außerdem betonen die verschiedenen Zentralbanken, dass der Wirtschaft mit Zinserhöhungen nicht gedient sei und die munter weiter sinkende Inflation dürfte auch keinen Anlass dazu geben. Wenngleich die Gefahr eines erneuten Rückgangs im Jahr 2010 noch nicht gebannt ist, sind die Aussichten für die kommenden Monate weiterhin günstig und erhalten die Finanzmärkte Unterstützung durch einen Zufluss von Liquidität.

Dinant Wansink
Stratege Delta Lloyd Asset Management

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