Asset Management
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Marktvision - Finger am Puls des Marktes halten

Delta Lloyd Asset Management | 23. März 2010
Dinant Wansink

Chancen auf gemäßigtes Szenario steigen

Die Aussichten auf eine Erholung der Finanzmärkte waren im März leicht getrübt. Denn in den letzten Monaten vergrößerte sich die Wahrscheinlichkeit eines Schuldenabbaus, was für ein gemäßigtes Szenario spricht. Da sich auch das Verhalten der Verbraucher, die ihre Kredite abzahlen und auf Konsum verzichten, sowie der Unternehmen, die von Refinanzierungen durch Darlehen absehen und Investitionen aufschieben, hemmend auf das Wirtschaftswachstum auswirkt, ist dies im Vergleich zur zweiten Hälfte des Jahres 2009 ein Rückschlag. Damals war nämlich das positivere Szenario einer Aufwärtsspirale bei den Verbrauchern immer wahrscheinlicher geworden. Das Griechenland-Problem zeigt jedoch auf, dass die Märkte der Staatsverschuldung Grenzen setzen. Zudem scheinen sich Länder nur dann gegenseitig unterstützen zu wollen, wenn sie alle in der gleichen Situation stecken. Außerdem verringert sich auch in der nationalen Politik die Kooperations- und Handlungsbereitschaft, nun, da die schlimmste Krise ausgestanden zu sein scheint.

Belebung droht ein frühes Ende zu nehmen

Durch die geringer werdende politische Handlungsbereitschaft droht der Konjunkturbelebung der Stillstand, während das Verbrauchervertrauen weiterhin noch nicht wiederhergestellt ist. Ohne Konsum gibt es nur wenige robuste Wachstumsmotoren. Auch die Unternehmen tragen zu dieser Situation bei, da sie in der schlimmsten Krise ihre Ausgaben zu sehr gekürzt haben. Zwar bauen sie jetzt wieder Lagerbestände auf und beginnen zu investieren. In den USA werden schrittweise wieder Arbeitnehmer eingestellt. Der Euroraum folgt diesem Trend nur langsam, vor allem weil Massenkündigungen durch gelungene Übergangsregelungen ausgesetzt werden konnten. Jetzt wird die Arbeitslosigkeit hier jedoch auch noch etwas zunehmen.

Auswirkungen für risikoreiche Anlagen

Im Februar flößte die Verbesserung der Monatsergebnisse Unternehmen weltweit Vertrauen ein. Davon profitierten auch die Lagerbestände. Die Impulse von staatlicher Seite werden jedoch geringer und bis Ende 2010 sogar negativ sein. Das schwächere Wachstum wird die Nachfrage nach chancenreicheren Anlagen dieses Mal ziemlich direkt beeinflussen. Talsohlen der Konjunktur fallen nämlich üblicherweise mit Talsohlen zum Beispiel auf dem Aktienmarkt zusammen, während Entsprechendes nicht für Höhepunkte zutrifft. Das wirtschaftliche Wachstum ist meistens so stark, dass die Anleger auch nach dem Erreichen des Höhepunkts optimistisch bleiben. Beim Szenario des Schuldenabbaus scheint es letztgenannte Option nicht gegeben.

Signale deuten auf eine mögliche Korrektur hin

Das Wachstum ist derzeit so gering, dass die Anleger schon bei einer leichten Verzögerung aufschrecken. In den vergangenen Monaten setzten die Börsenanalysten die Gewinnerwartungen nicht besonders hoch an. Die Gewinnmeldungen sind nicht übermäßig positiv und auch die makroökonomischen Faktoren sind wenig günstig. Derartige Signale deuten auf eine mögliche Korrektur hin. Diese muss nicht unbedingt sehr stark ausfallen, denn die Aktien sind zurzeit noch fair bewertet. Aber die Devise heißt jetzt: Den Finger am Puls des Marktes halten.

Dinant Wansink
Stratege Delta Lloyd Asset Management

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