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Marktvision - Heftiger Gegenwind bewirkt Kursrückgang

Delta Lloyd Asset Management | 23. Februar 2010
Dinant Wansink Dinant Wansink

Die Zeit der größten Unsicherheit scheint jedoch vorbei zu sein. Die Märkte treten bereits wieder in ruhigeres Fahrwasser ein. Dennoch wird 2010 ein Übergangsjahr für die Aktienmärkte bleiben.

Monetäre Verknappung...

Der Januar hatte dieses Jahr zwei Gesichter: Zunächst hielt die Jahresendrally von 2009 noch an. Doch Mitte des Monats frischte der von uns für 2010 erwartete Gegenwind schon frühzeitig auf. Der erste Rückschlag kam mit dem teilweisen Zurückfahren der Konjunkturmaßnahmen. China ergriff mit einer leichten Erhöhung der Zinssätze und quantitativen Einschränkungen des Kreditwachstums im Bankenwesen die Initiative. Weitere Länder, die es sich leisten können, liebäugeln ebenfalls mit einer Verknappung von Krediten. Allem Anschein nach werden die Eurozone, die USA, Großbritannien und Japan die Zinsen jedoch nicht schneller als erwartet erhöhen. Aber auch hier zeichnet sich ein Ende der Liquiditätsstützen ab.

...und Sorgen um die hohen Staatsverschuldungen

Der zweite Rückschlag hing mit Griechenland und eigentlich auch mit allen Ländern mit hoher Staatsverschuldung zusammen. Die unzureichende Kreditwürdigkeit dieser Länder kann einen höheren Marktzinssatz bewirken, wodurch das Wirtschaftswachstum lahmgelegt werden kann. In Ländern wie Spanien, den USA und Großbritannien stiegen die Zinsen in der Tat bereits stärker an als in Ländern mit geringeren Schulden. Hilft Europa Griechenland, droht die Eurozone stärker in Richtung der schwächeren Peripherie abzurutschen. Bisher stand dagegen eine Annäherung zu starken Ländern wie Deutschland. Eine gegenläufige Bewegung würde den Euro also schwächen und gleichzeitig höhere Zinsen bedeuten.

Und dann noch Pläne zur Bankenregulierung in den USA...

Die dritte schlechte Nachricht für den Aktienmarkt war die von Präsident Obama angekündigte Regulierung der Banken. Diese wird wahrscheinlich international eingeführt werden. Ziel ist eine Verringerung der Risiken. Außerdem soll verhindert werden, dass sich die Finanzinstitute bei Problemen allzu sehr darauf verlassen, dass sie vom Staat gerettet werden. Obama möchte, dass gewöhnliche Geschäftsbanken den Eigenhandel einstellen. Auf bestimmten Märkten möchte er auch die Größe der Banken beschränken. Als Reaktion auf die Bekanntgabe dieser Pläne führte der Finanzsektor die Mitte Januar einsetzenden Kursverluste an den Börsen an.

...doch die Märkte können wieder nach vorne blicken

Die makroökonomischen Nachrichten lassen Spielraum für ein leichtes Wachstum in Höhe von 1,5 Prozent in der Eurozone und von ca. 2,5 Prozent in den USA. Bei einem so geringen Wirtschaftswachstum schlagen sich positive wie negative Ereignisse schnell an den Finanzmärkten nieder. Auch wenn es weiterhin ein Wachstum geben wird, wird dieses in den USA auch in den nächsten Quartalen schrumpfen. Die Wirkungen zusätzlicher Aufstockungen von Lagerbeständen sowie öffentlicher Aufträge lassen nach. Wir denken allerdings, dass die größte Unsicherheit vorläufig bewältigt ist und das auf die Finanzmärkte etwas bessere Zeiten zukommen werden. Wir betrachten 2010 daher weiterhin als Übergangsjahr für die Börsen.

Dinant Wansink
Stratege Delta Lloyd Asset Management

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