Sonnige Aussichten
Delta Lloyd Asset Management | 23. August 2010
Die Installation von PV-Solarmodulen (Photovoltaik) zur Stromerzeugung ist in den letzten Jahren weltweit erheblich angestiegen. 2009 wurden Solaranlagen mit einer Leistung von 7,6 GW (Gigawatt) installiert, im Vergleich zu 2008 ein Zuwachs von gut 90 %. Die Nachfrage dürfte 2010 auf 13–15 GW ansteigen.
Staatliche Förderung
Ob und wie viele Solaranlagen installiert werden, ist derzeit vor allem von der staatlichen Förderung abhängig. Aufgrund der Unsicherheit in diesem Punkt wird fast jedes Jahr der tatsächliche Umfang des Marktes zunächst unterschätzt. Tatsache ist, dass das Wachstum des Solarenergiemarktes in den vergangenen Jahren sämtliche Erwartungen mühelos übertroffen hat. Anscheinend ist nicht nur ein ausgeglichener Staatshaushalt ausschlaggebend für Art und Höhe der Förderung. Sondern immer öfter ist es der Wunsch nach geringerer Abhängigkeit vom Erdöl, das Streben „grüne“ Arbeitsplätze zu schaffen und das wachsende Umweltbewusstsein der Wähler, dass den Regierungen die Möglichkeit bietet, mit den Fördermaßnahmen fort zu fahren.
Wachstumsmärkte
Deutschland hat ein attraktives Subventionssystem (Einspeisevergütung) und eine Regierung, die grüne Technologien fördert. Das hat zu einem großen Absatzmarkt geführt; etwa 50 % der weltweiten Nachfrage kam 2009 aus Deutschland. Im laufenden Jahr 2010 wird sich die Zahl der installierten Solaranlagen eventuell erneut verdoppeln. Auch in Wachstumsmärkten wie Italien, den USA (Kalifornien), Japan und Tschechien sieht es nicht schlecht aus. Schwellenländer wie China, Südkorea und der Nahe Osten bieten ebenfalls ein interessantes Wachstumspotenzial.
Industrierisiko
Da der Industriesektor stark von staatlicher Förderung abhängig ist, zumal in einer Zeit, in der viele Länder Einsparungen anstreben, bleibt das Anlagerisiko hoch. Es ist äußerst wichtig, dass der Preisunterschied zu anderen Formen der Stromerzeugung (Kohle, Gas, Atomkraft und Wind) durch rasche Kostensenkungen schnell reduziert wird. Alle Augen sind auf Netzparität (‚Grid Parity’) gerichtet, auf einen mit konventionell erzeugtem Strom vergleichbaren Preis, der in einigen Jahren erzielt werden kann. Wie lange das dauern wird, dürfte unter anderem von der Höhe der Strompreise und von den Maßnahmen abhängen, die in Bezug auf den CO2 Ausstoß ergriffen werden.
Big Player
Die Gewinner dürften vor allem unter jenen Betrieben zu finden sein, die ihre Herstellungskosten schnell senken können. Das kann durch eine verbesserte Technologie und die Realisierung stückzahlbedingter Kosteneinsparungen geschehen. Unternehmen, die sich nicht schnell genug anpassen, werden sich mit einer immer geringeren Gewinnmarge begnügen müssen. In dieser Hinsicht haben es viele europäische Solarzellenhersteller derzeit schwer.
Auch wenn sich weiter das eine oder andere Wölkchen am Himmel zeigt, so sind die Wachstumsaussichten für Umsatz und Gewinn mittel- bzw. langfristig durchaus interessant.