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Festverzinslicher Blickfang: Sub-Sovereigns

Sandor Steverink \\ 24 November 2010
Sandor Steverink Sandor Steverink Leitender Fondsmanager Anleihen

Bei der Suche nach Renditen zu akzeptablen Risiken bieten sich zur Zeit Sub-Sovereigns an. Sandor Steverink, Leiter des Anleihenteams von Delta Lloyd Asset Management, erläutert warum.

Sub-Sovereigns - Klassenbester unter den festverzinslichen Wertpapieren?

 

Die Suche nach Rendite mit geringem Risiko
In der Eurozone kämpfen viele Länder unverändert mit riesigen Schuldenbergen, aktueller Höhepunkt war der Hilferuf aus Dublin nach Milliarden-Hilfen aus den Partnerländern der Eurozone. Nach Griechenland ist so schon das zweite Euro-Land auf externe Hilfe angewiesen. Das macht eine Risikostreuung bei der Auswahl von Anleihen in der Eurozone immer schwieriger. Zwar gibt es noch europäische Staaten mit akzeptablen Risiken, doch ihre Zahl ist begrenzt. Um dennoch eine gute Risikostreuung beizubehalten, passen wir unsere Portfolios an, wann immer es nötig ist. Zu diesem Zweck haben wir unter anderem schrittweise Staatsanleihen aus Ländern außerhalb der Eurozone ohne hohes Währungsrisiko aufgenommen. Ein anderes attraktives Mittel der Diversifizierung sind die sogenannten Sub-Sovereigns.

Relativ unbekanntes, attraktives Segment
Sub-Sovereigns, auch halbstaatliche Anleihen genannt, sind Anleihen öffentlicher Einrichtungen wie Provinzen, Zentralbanken, supranationale Institutionen und Agenturen. Diese Einrichtungen haben in der Regel eine solide Bilanz und flexible Einnahmen- und Ausgabenströme. Auch von Staaten (oder öffentlichen Einrichtungen) in einer Fremdwährung ausgegebene Anleihen gehören zu dieser Kategorie. Gerade diese Sub-Sovereigns sind besonders interessant. So emittieren stabile Länder wie Kanada, Dänemark und Schweden Staatsanleihen in Euro, die aufgrund ihrer relativ geringen Bekanntheit etwas weniger liquide sind, aber eine Prämie bieten.

Stärkere Gewichtungen bietet Chancen
Wir haben unsere Gewichtung in Sub-Sovereigns in den letzten Jahren stark ausgebaut. Die Rendite von Sub-Sovereigns bewegt sich nun nahe am historischen Mittel, ist aber immer noch deutlich höher als bei Staatsanleihen. Ein gutes Beispiel sind die in Euro ausgegebenen 10 Jahres Sub-Sovereigns der Province of Ontario. Gegenüber deutschen Staatsanleihen mit derselben Laufzeit bietet dieser Sub-Sovereign einen Mehrertrag von 65 Basispunkten.

Kritisches Hinschauen gefragt
Bevor wir Sub-Sovereigns in unsere Portfolios aufnehmen, führen wir zunächst eine gründliche Analyse des Landes durch. Anschließend nehmen wir die emittierende Einrichtung selbst unter die Lupe. Dabei gehen wir ähnlich vor wie bei einer ausführlichen Prüfung eines Unternehmens. Bilanz, Einnahmen und Ausgaben - alles wird kritisch betrachtet, um übermäßig hohe Risiken aus unseren Portfolios auszuschließen. Anlagen in Sub-Sovereigns müssen also genauestens geprüft werden. Doch wem es gelingt, die Spreu vom Weizen zu trennen, der kann mit dieser Kategorie bei relativ geringem Risiko eine ordentliche Rendite einfahren.