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Währungsrisiken steigen

Dinant Wansink \\ 24 November 2010
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Tiefe Gräben durchziehen derzeit die Welt in finanzwirtschaftlicher Hinsicht. Anzeichen dafür sind unter anderem steigende Währungsrisiken.

Nach der Eintracht 2009
Die Jahre 2009 und 2010 weisen sehr große Gegensätze auf. Im vergangenen Jahr lautete die Devise der Staatsregierungen noch "internationale Zusammenarbeit". Mit der auf einer IWF-Sitzung im April 2009 zugesagten Hilfe für notleidende Länder erreichte die Eintracht zwischen den Nationen ihren Höhepunkt. Zudem schien sich die Welt schneller als erwartet von ihren Problemen zu erholen. Die Banken machten wieder Gewinn, die amerikanischen Immobilienpreise stiegen und die Wirtschaftstätigkeit in den Emerging Markets wuchs im bekannt hohen Tempo weiter.

... nun die Zwietracht 2010
Wie anders sieht es 2010 aus! Das Wirtschaftswachstum blieb bald hinter den Erwartungen zurück. Zudem zeigte sich, dass die Immobilienpreise und Bankengewinne dem Abbau der Fördermaßnahmen nicht standhalten. Reibungen traten zutage, als die Anleger zunehmend zwischen Ländern mit niedriger und hoher Kreditwürdigkeit unterschieden. Zudem waren in den Niederlanden Konflikte zwischen Befürwortern und Gegnern eines letzten Konjunkturpakets zu beobachten. Auch international verstärkten sich die Gegensätze. So bewertete der deutsche Finanzminister die amerikanische Politik als untauglich, während sein amerikanischer Amtskollege anmerkte, dass Länder mit Haushaltsüberschüssen tiefer in die Tasche greifen sollen. Schon zuvor hatte Deutschland betont, dass es bei eventuellen künftigen Krisen Ländern aus der Eurozone nicht helfen werde. Auch die EZB sieht ihre Rolle gegenüber Problemländern eher bescheiden.

Ausweitung der Geldmenge in den USA führt zu Inflation
Die Vereinigten Staaten versuchen, mit einer gelockerten Geldpolitik, die aus dem Aufkauf der Staatsschulden besteht, die Wirtschaft in Gang zu halten und die Inflation auf mindestens zwei Prozent zu pushen. Ob Ersteres glückt, ist fraglich. Die Verbraucher versuchen nämlich, ihre Schulden zu tilgen, und die Banken sind immer noch vorsichtig. In einem solchen Klima ist kaum eine zusätzliche Kreditvergabe als Reaktion auf die Zinssenkung zu erwarten, die mit der monetären Ausweitung einhergeht. Die Geldpolitik stützt die Aktienkurse, nicht aber die Immobilienbranche. Dort fallen die Preise gerade wieder, obwohl sie die wichtigste Vermögensquelle für Familien sind. Auch in dieser Hinsicht gibt es somit keinen Grund für eine zunehmende Kaufbereitschaft. Der Dollar verlor zwar gegenüber dem Euro an Wert, weniger jedoch gegenüber den Währungen der Länder, die Gegenmaßnahmen ergriffen. Zudem dauert es seine Zeit, bis sich dieser Rückgang auf den Handelsverkehr auswirkt. Allerdings sorgt der niedrigere Dollar wegen der wesentlich höheren Rohstoffpreise in Dollar für einen Anstieg der Inflation.

Dollarkurs auf dem Aktienmarkt im Rampenlicht
Im ersten Jahr der Erholung waren risikoreiche Anlagekategorien die eindeutigen Sieger, doch auch Staatsanleihen hielten sich gut. Im zweiten Jahr sind die Unterschiede zwischen Aktien und Staatsanleihen viel weniger ausgeprägt und die Renditen kommen über den einstelligen Bereich nicht hinaus. Umso auffälliger sind die Bewegungen innerhalb dieser Anlagekategorien. Bei Staatsanleihen gibt es immense Renditeunterschiede zwischen starken und schwachen Euro-Mitgliedstaaten. Für die unterschiedliche Entwicklung der internationalen Aktienmärkte ist der Dollarkurs derzeit ein entscheidender Faktor. Kurzum: Es ergeben sich Renditeunterschiede durch internationale Spannungen. Innerhalb unserer neutralen Verteilung auf die genannten Anlagekategorien wird es immer wichtiger, auf diese Unterschiede zu reagieren.

 

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