Auf der Suche nach Trends für Anleger in Anleihen

Sandor Steverink \\ 02 August 2011
Sandor Steverink Sandor Steverink Leitender Fondsmanager Anleihen

Die Unsicherheit über mögliche Zinserhöhungen und Probleme in den europäischen Randgebieten bereiten weiterhin Sorge Fondsmanager Sandor Steverink skizziert das sich verändernde Umfeld auf dem Anleihenmarkt.

Europäische Zinskurven
Die Problematik der Staatsverschuldung in Europa lässt sich eigentlich nicht besser veranschaulichen als durch die europäischen Zinskurven. Die wichtigste von ihnen ist die deutsche Zinskurve. Sie bildet innerhalb Europas die Benchmark und stellt für Investoren daher eine wichtige Richtschnur dar. Die deutsche Zinskurve hat derzeit einen normalen, ansteigenden Verlauf. Das bedeutet, dass die Anleger mehr Vergütungen für eingegangene Risiken verlangen, je länger Geld verliehen wird, weil sowohl das Zahlungsausfallrisiko als auch das Zinsrisiko steigt. In Ländern wie Griechenland, Irland und Portugal ist die Zinskurve rückläufig. Dies sagt aus, dass die Anleger kurzfristig ein höheres Risiko sehen als langfristig. 

Zinserhöhungen durch die EZB?
Die Zinspolitik der EZB hat großen Einfluss auf die Zinskurven. Im April erhöhte die EZB die Zinsen um 0,25%. Diesen Monat wiederholte die EZB diesen Schritt, aber nach unserer Einschätzung wird es dabei bleiben. Die EZB wendet Zinserhöhungen als Mittel an, um die Inflation im Zaum zu halten, während diese unserer Ansicht nach ihren Spitzenwert nun erreicht hat. Die Öl- und Rohstoffpreise sind gesunken, was die Inflation dämpft. Sollte die EZB die (kurzfristigen) Zinsen dennoch weiter erhöhen, dann werden die Kurse von Rentenpapieren fallen. Die deutsche Zinskurve flacht dann ab, weil sich der kurz- und der langfristige Zinssatz einander annähern.

Pensionsfonds
Pensionsfonds werden die Zinsentwicklungen mit Argusaugen verfolgen, denn der Zinssatz kann sich massiv auf die Rendite ihrer festverzinslichen Anlagen auswirken. Immer häufiger stellt sich die Frage, wo sie diese Rendite erzielen sollen. Staatsanleihen sind nicht mehr der sichere Hafen, der sie einst waren, wohingegen Unternehmensanleihen das Image einer immer größeren Sicherheit bekommen. Die Unternehmen schreiben derzeit gesunde Bilanzen, worauf viele Länder heute neidvoll blicken. Sollte aber die EZB die Zinsen wider Erwarten weiter erhöhen, könnte das Unternehmensanleihen durch eine niedrigere Risikoprämie weniger interessant machen.

Diversifikation
Sowohl für institutionelle als auch private Anleger, die in Staatsanleihen investieren und große Risiken vermeiden wollen, ist die Suche nach Renditen schwieriger denn je. Wir selbst suchen immer häufiger nach Renditen außerhalb Europas und außerhalb von Staaten. Anleihen von staatsgarantierten überstaatlichen Organisationen und Behörden machen einen immer größeren Anteil unseres Anleihenportfolios aus. Darunter fallen auch Euro-Anleihen aus solchen Ländern außerhalb der Eurozone, in denen die Finanzlage besser ist. Zugleich sorgen wir für eine breite Streuung über Länder, Emittenten und Laufzeiten hinweg, um so das Konzentrationsrisiko zu begrenzen.


Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Werbemitteilung gemäß § 31 Absatz 2 Satz 4 Nr. 2 WpHG. Sie genügt nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegt nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.